Dreizehn Jugendliche und junge Erwachsene der Mbye Guarani aus Ruiz de Montoya stellten ihre Werke zum ersten Mal in Posadas aus. Dies ist das Ergebnis eines Prozesses, der von der Stiftung Hora de Obrar in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule BOP 116 begleitet wurde.

Die Ausstellung Arte Joven Emergente Mbya Guaraní, die von der evangelischen Stiftung Hora de Obrar im Rahmen des Projekts Fortalecimiento Mbya organisiert wurde, öffnete am vergangenen 2. Mai ihre Türen mit einem Besucherandrang, der die Erwartungen übertraf.
Mehr als fünfzig Personen kamen zur Eröffnung im Teatro Espacio Reciclado. Sie lernten die Werke kennen, aber auch die Geschichten, Prozesse und Fragen, die die jungen Künstlerinnen und Künstler bewegen. Der Austausch eröffnete Dialoge über Identität, Territorium, Jugend und Zugang zu Kultur.
Der Kunstlehrer José Quaglia, der die wöchentlichen Workshops an der Schule BOP 116 koordiniert, erklärte, wie der Raum funktioniert, auf welche Weise die Jugendlichen arbeiten und welcher Prozess hinter jedem ausgestellten Werk steckt. Seine Worte eröffneten den Rundgang und gaben dem Publikum Kontext für das, was es gleich sehen würde.
Die Ausstellung wurde von Hora de Obrar im Rahmen des Projekts Fortalecimiento Mbya organisiert, das seit Jahren Workshops an der Sekundarschule von Ruiz de Montoya begleitet. Dass diese Werke einen Ausstellungsraum in Posadas erreicht haben, ist keine Kleinigkeit: Für die Künstlerinnen und Künstler bedeutet es, in Kulturräumen gesehen, geschätzt und gehört zu werden, die ihren Gemeinschaften historisch fernstanden.
Die Werke und ihre Urheber
Die ausgestellten Stücke decken verschiedene Stile ab: von Landschaftsmalerei über figürliche Kunst bis hin zu Abstrakterem und Gefühlsbetontem. In jedem Werk leben Erinnerungen, Emotionen und Identität zusammen. Es sind Arbeiten von Jugendlichen, die im wöchentlichen Workshop einen Raum gefunden haben, um sich auszudrücken, aber auch um dabeizubleiben: Die kontinuierliche Teilnahme an den Workshops trug dazu bei, den Schulabbruch an der BOP 116 zu reduzieren – ein Problem, das historisch gesehen viele indigene Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe betrifft.
Die Ausstellenden sind: Tamara González (Marangatu), Sonia Flores (Ambay Poty), Dalia Bogado (Tupambae), Luz Cáceres (Ambay Poty), Facundo Ramos (Marangatu), José Acosta (Yvytu Porã), William Sosa (Virgen María), Willi Moríñigo (Kaaguy Poty), Hernán Franco (Ka’a Kupe), Josué Duarte (Ka’a Kupe), Orlando Franco (Ka’a Kupe), Federico Benítez (Ka’a Kupe) und Maira Cáceres (Ambay Poty).
Drei Jahre Workshop, eine erste Ausstellung
Die Workshops für Kunst, Fotografie, Sport und Musik begannen 2023 als Teil des Projekts Fortalecimiento Mbya in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der BOP 116. Jeden Donnerstag kommen Jugendliche aus verschiedenen Gemeinschaften zusammen, um in einer sicheren und verlässlichen Umgebung die bildende Kunst und ihren kreativen Ausdruck zu erforschen.
Im Jahr 2024 nahm dieser kollektive Prozess zum ersten Mal eine öffentliche Form an: Die Jugendlichen entwarfen und malten ein Wandbild am Sitz der freiwilligen Feuerwehr von Ruiz de Montoya, das die Mbya-Jahreszeiten Aratyma und Arapeau darstellt. Arte Joven Emergente Mbya Guaraní ist der nächste Schritt: dieses Schaffen in einen Ausstellungsraum der Provinzhauptstadt zu bringen – unter eigenem Namen und mit dem Platz, den es verdient.
Für die meisten dieser Jugendlichen ist es das erste Mal, dass ihre Werke außerhalb ihrer Gemeinschaften ausgestellt werden. Die Leistung ist nicht nur eine Kunstausstellung: Sie macht Stimmen sichtbar, die die Kulturräume von Posadas nur selten einnehmen.




